25.11. Nein zu Gewalt an Frauen


An diesem 25.11.2014 setzen wir gemeinsam ein Zeichen gegen die Gewalt an Frauen, gegen Sexismus und Patriarchat.
Für die bürgerliche Öffentlichkeit scheint sich das Thema erledigt zu haben:
„… in der Überzeugung, dass die Errichtung der neuen Weltwirtschaftsordnung auf der Grundlage von Gleichheit und Gerechtigkeit wesentlich zur Förderung der Gleichberechtigung von Mann und Frau beitragen wird; …“ (UN-Ausschuss für die Beseitigung der Diskriminierung der Frau/Committee on the Elimination of Discrimination against Women, 1979).
Dann müssten wir es ja jetzt dann endlich geschafft haben: Die Ungleichheit zwischen Frau und Mann ist im Zeitalter der Globalisierung beseitigt, und damit ist der Hauptursache für Gewalt an Frauen der Nährboden entzogen!?
Im Gegenteil: Der Frauenhandel boomt; die Verstümmelung der Frau, um sie als „Eigentum“ des Mannes zu sichern, findet nach wie vor statt; Frauen, die im Arabischen Frühling in den vorderen Reihen für ihre Rechte kämpften, erleben ein Rollback der Gewalt; Frauen in Afghanistan sind nicht „befreiter“ seit der US-amerikanischen Invasion (insbesondere nicht, wenn sie arm sind); Frauen in Indien werden immer noch Opfer von „Mitgiftmorden“.

Frauen steht weltweite Arbeitsmigration zur Verfügung – da kommen sie dann endlich mal raus aus der bäuerlichen Familie und können sich in einer Textilfabrik in China oder Bangladesch ausbeuten lassen. Auch als Haushaltshilfen haben sie die Möglichkeit, sich etwas dazu zu verdienen und bessergestellte Familien zu entlasten – häufig unter miserablen Arbeitsbedingungen und unter Anwendung von körperlicher Gewalt. Oder sie widmen sich der internationalen Sexindustrie – selten freiwillig und häufig in jugendlichem Alter.
Den Frauen geht es in der neoliberalen Weltordnung alles andere als besser. Sie sind wirtschaftlich nicht gleichgestellt, damit abhängig von der Familie oder vom Partner. Sie leisten immer noch den Großteil der „unsichtbaren“ Arbeit im privaten Haushalt – oder sorgen in den Entwicklungsländern dafür, dass die Subsistenzwirtschaft unter widrigsten Umständen weiterläuft.
Hinter diesen verschiedenen Formen der Unterdrückung von Frauen steht das kapitalistische System. Die willkürliche Trennung von Produktions- und Reproduktionsarbeit, die Verdrängung der Reproduktionsarbeit in das „Private“ und die bürgerliche Familie als Konstrukt dieser gesellschaftlichen Arbeitsteilung sind die Mechanismen der Frauenunterdrückung im Kapitalismus. Jeder Kampf gegen Sexismus und Gewalt gegen Frauen muss daher auch ein Kampf gegen den Kapitalismus sein.
Eine der häufigsten Form der Gewalt gegen Frauen ist die häusliche. Die Familie, die im kapitalistischen System dringend gebraucht wird, um die Defizite des heruntergewirtschafteten Sozialwesens und der steigenden Armut auszugleichen, kann für viele Frauen und Kinder zur Falle werden, in der sie Gewalt und Unterdrückung erfahren, aus der sie dann keinen Ausweg mehr sehen. Und vor dem Hintergrund der besonderen ökonomischen Ausbeutung kommen die Erfahrungen der Frauen im Alltagssexismus, wie er sich bspw. in Form von Belästigungen auf der Straße zeigt, hinzu.

Macht das „Unsichtbare“, das „Private“ sichtbar – die Mechanismen der Gewalt im häuslichen Bereich müssen durchschaut werden und öffentlich an den Pranger gestellt werden!

-Frauen brauchen öffentliche Räume, wo sie Hilfe erfahren gegen psychische und physische Gewalt.

- Mädchen/Frauen müssen kostenlos die Möglichkeit bekommen, Selbstverteidigung zu trainieren.

- Neue Formen der gemeinschaftlichen Kinderbetreuung, öffentliche Kantinen und Wäschereien können Frauen entlasten und ihnen Möglichkeiten zum Austausch bieten – gerade auch Arbeitslosen und Migrantinnen, die noch eher Opfer der Isolation werden.

– Gleiche Bildungschancen – gleicher Lohn für gleiche Arbeit!

– Zeigt praktische Solidarität mit den unterdrückten Frauen auf der ganzen Welt – z.B. durch die Unterstützung der Kampagne Waffen für die YPG/YPJ. In Rojava kämpfen Frauen mit der Waffe auch deshalb, damit sie nicht wie ihre Schwestern verschleppt, misshandelt und verkauft werden. Denn Frauen kämpfen international gegen Sexismus, Krieg und Kapital!

Über diese und andere Aspekte der Gewalt gegen Frauen/der Frauenunterdrückung generell diskutieren wir in der Neuen antikapitalistischen Organisation! Nimm zu uns Kontakt auf:
www.nao-prozess.de / kontakt@nao-prozess.de